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Am 1. März begeisterte die HipHop-Band Zweierpasch aus Freiburg die Fünftklässler des bilingualen Zugs in einem Workshop für die Zweisprachigkeit.

„Sprachlich und geographisch über Grenzen gehen“ - mit diesem programmatischen Satz stellen die Zwillinge Felix und Till Neumann (34) das Anliegen ihrer zweisprachigen HipHop-Band „Zweierpasch“ auf ihrer Website vor. Die Gruppe, die gerade erst zu Freiburgs « Band des Jahres » gewählt wurde, rappt zweisprachig auf Deutsch und Französisch, mischt in ihrem Sound Urbanes mit Jazz, Funk und Weltmusik und steht mit ihrer Musik und ihren grenzüberschreitenden Projekten für Toleranz, Weltoffenheit und Völkerverständigung.

Den Ursprung ihrer Liebe zur französischen Sprache erklären sie dabei auch mithilfe der Musik: Weil sie, so erzählt Felix zu Beginn des Workshops am OGW, französische Song-Texte besser verstehen wollten, schnappten sie sich ein Wörterbuch, und begannen, sich das Französische intensiver anzueignen.

Diese Motivation, sich für die Sprache des Nachbarn und seine Kultur zu interessieren, aber auch ihre Weltoffenheit und den Mut zum sozialen und politischen Engagement wollen die Zwillinge auch der jungen Generation weitergeben. Beim OGW, das einen französisch-bilingualen Zug besitzt, waren sie daher genau an der richtigen Stelle.

Im Rahmen der vom deutsch-französischen Jugendwerk (DFJW) organisierten deutsch-französischen Tage führten sie am Donnerstag, den 1. März einen zweimal 90-minütigen Workshop mit den Fünftklässlern des bilingualen Zugs am OGW durch, der von der Lehrerin Tonia Kockelkorn organisiert und vom DFJW sowie dem Förderverein der Schule gesponsert wurde. Während beim zeitgleich stattfindenden Elternsprechtag am Gymnasium Lehrer und Eltern ernste Gespräche führten, durften die Fünftklässler reimen, tanzen und rappen, und das Ganze auf Deutsch und Französisch.

Die Marschroute wurde dabei gleich von Beginn an klar, als Zweierpasch nach einer kurzen Vorstellung ihren Rap „Typisch – typique“ performte. In diesem zweisprachigen Song werden die Stereotypen von Deutschen und Franzosen thematisiert („Typisch deutsch – Schwarzbrot statt Baguette; typisch französisch – Crêpe, Galette, Omelette“) und im Refrain die Frage gestellt, ob solche Klischees einen wahren Kern haben: „Klischee oder wahr? Cliché ou réel? Irgendwas ist immer dran, pas de fumée sans feu.“ Und um für den Workshop warmzuwerden, durften die Schüler auch gleich mitrappen.

Anschließend war dann die Kreativität der Schüler gefordert: Nachdem sie die Elemente eines Rap-Songs identifiziert hatten, sollten sie sich selber vorstellen, indem sie rappige Reime auf ihre Vornamen suchten – zweisprachig natürlich.

Dann ging es richtig zur Sache: Selber sollten sie in Kleingruppen eine Performance des Rap-Songs „Typisch-typique“ vorbereiten und im Rahmen einer HipHop-Battle vorführen. Zweierpasch fungierte dabei als Jury und durfte am Ende eine Siegergruppe küren, aus der jeder Teilnehmer als Gewinn eine CD der Hip-Hop-Gruppe mitnehmen durfte.

Erfahrung mit Schule und Schülern hat Zweierpasch schon seit Längerem. In Kooperation mit den beiden größten Schulbuchverlagen Ernst Klett und Cornelsen haben die Zwillinge Aufgaben für den Französischunterricht erstellt, die den Schülern erlauben, anhand von Songtexten, Videoclips und Kurzbiographien die Sprache des Nachbarn zu erlernen. Auch rappädagogische Fortbildungen für Lehrer und pädagogische Fachkräfte stehen auf ihrem Programm.

Dass sich dieses Konzept auszahlt, zeigte sich am OGW. Erschöpft, aber begeistert kamen die Schüler aus dem Workshop. Sie hatten nicht nur etwas mehr Französisch gelernt und Tipps zum Rappen bekommen, sondern vor allem viel Spaß gehabt.

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